Reisebericht Helgoland 2021 - Naturfotografie aus Leidenschaft

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Reisebericht Helgoland 2021

Helgoland



Unser Kurzurlaub auf Helgoland.
Die Tour haben wir pauschal bei unserem Eventmanager (und Musiker) „Marco Launert“ gebucht.
 
Alles ist perfekt geplant worden … die Busfahrt nach Cuxhaven und weiter mit der Fähre nach Helgoland.
 
Die Überfahrt dauert ca. 2,5 Stunden. Bei einer Windstärke von 9 hat es schon heftig geschaukelt und einige Passagiere haben die Fische „gefüttert“.

 
Auf Helgoland angekommen, hat im Kurmittelhaus bereits unser Gepäck auf uns gewartet. Hier ist für uns ein Zimmer gebucht gewesen. Am nächsten Morgen sind wir nach einem leckeren Frühstück zum Anlegeplatz der kleinen Fähre, die ab 8 Uhr halbstündig zur Düne fährt.
Die Fahrt hat ca. 10 Minuten gedauert und es hat schon heftig geschwankt. Es ist ein kleines Abenteuer.
Auf der Düne befindet sich auch ein kleiner Flughafen.
 
Der Flugplatz nimmt mit seinen Start- und Landebahnen den östlichen Teil der kleinen Hochseeinsel ein. Wir sind zunächst zum Nordstrand gegangen, der wenige 100 m vom Flugplatzgebäude entfernt liegt. Hier ist ein kleiner Holzpfad gebaut. Aber um Fotos aus tiefer Perspektive zu schießen, ungeeignet. Dennoch sollte man sich auch den Strandabschnitt anschauen.
Bitte Abstand halten!
 
Vereinzelt liegen große und kleine Robben am Strand und schlafen. Bis noch vor einem Jahr hieß es mindestens 30 m Abstand halten, um die Tiere nicht aufzuschrecken. Die Ranger haben auf die Einhaltung der richtigen Mindestabstände geachtet.
 
Um zu gewährleisten, dass die Tiere mehr Ruhe haben, ist in diesem Jahr eine Absperrung aufgestellt worden. Es gibt leider immer wieder Menschen, die es nicht verstehen, was  „Mindestabstand“ bedeutet.
Wir sind total begeistert! Es gibt ja kaum noch „echte Wildnis“ bei uns. Wo sonst können so große Tiere in ihrer natürlichen Umgebung und aus so kurzer Distanz beobachtet und fotografiert werden.
 
Einfach Wahnsinn …
 
Hauptsächlich sind wir allerdings wegen der kleinen Robben-Babys „Heuler“ hier. Jetzt Anfang Dezember ist es mit den Geburten der kleinen Kegelrobben richtig losgegangen. Die sind schon unglaublich süß, mit ihren großen Augen und dem weißen Fell. Die kleinen Säugetiere müssen in kürzester Zeit viel Gewicht zulegen. Hier an Land sind sie relativ schutzlos und sie können mit ihrem dicken Fell und ohne ausreichende Fettschicht noch nicht ins Wasser. Wer zu schwach ist, wird von den Rangern eingesammelt und kommt zum Aufpäppeln nach Friedrichskoog in die Auffangstation. Wir finden es klasse, dass man sich hier so um die Tiere kümmert und ihnen gleichzeitig die Bedingungen gibt, weitestgehend ungestört ihren Nachwuchs auf die Welt bringen zu können. Kegelrobben sind zwar nicht mehr vom Aussterben bedroht, stehen aber immer noch auf der Roten Liste der geschützten Tierarten. Zumindest geht es uns so, dass wir beim Anblick von Wildtieren ein wenig guten Glauben zurückgewinnen, dass wir Menschen doch noch ein bisschen Platz für andere Lebewesen lassen.
Dass die Kegelrobben bei aller vermeintlichen Trägheit an Land durchaus gefährlich sein können, wird uns schnell klar. Die Tiere sind nun mal Raubtiere, haben ein dementsprechendes Gebiss und wenn sie erst mal losrobben haben sie auch einen ganz schönen ‚Zahn‘ drauf.
So erkennt man Robben: Robbenweibchen an ihrem hellen Fell mit dunklen Flecken, Männchen an ihrem dunklen Fell mit hellen Flecken. Die Heuler sind nach der Geburt Honigfarben und bekommen danach ein fast weißes Fell. Die Männchen sind auch deutlich größer. Während die Männchen in dieser Zeit hormonüberfordert sind, “prügeln” sie sich gerne mit anderen Gleichgesinnten. Wir haben einige Bullen mit blutverschmiertem Fell gesehen. Deren Fettschicht ist aber dick genug, dass ihnen die Rauferrei nicht so viel ausmacht. Für uns wäre ein Robbenbiss nicht nur schmerzhaft, sondern auch gefährlich. Die Robben haben scharfe, kegelförmige Zähne und die Bakterien in der Mundflora übertragen Krankheiten.
Urlaubsfeeling am weißen Südstrand.
 
Der östliche Strand ist die Ruhezone für die Robben und somit für Spaziergänger gesperrt ist. Wir gehen deshalb durch die Dünen zum Südstrand. Es ist extrem windig und am Himmel ziehen die dunklen Wolken vorbei.
Da sehen wir schon die langen „Schleifspuren“ die verraten, dass sich einige Tiere direkt in die Dünen gerobbt haben und hier schlummern.
Uns zieht es zu der großen Kolonie am Ende des Strandes. Dort sind bestimmt 100 erwachsene und junge Robben. Auch hier wurde eine Absperrung aufgestellt.
 
Hier hatte ich die ersten Aufnahmen mit einem Zoomobjektiv von Sigma 150–600 mm Sports gemacht. Gut geplant habe ich das richtige Objektiv mitgenommen und habe auch Tiere fotografieren können, die kurz hinter der Absperrung gelegen haben.
 
Erst auf den Fotos habe ich festgestellt, dass viele Robben blutige Mäuler haben. Die Männchen fügen sich gegenseitig einige Verletzungen zu. Die Kegelrobbe wird nicht ohne Grund ‚gefährlicher als der Wolf‘ eingestuft.
Da wir ja vier Tage auf Helgoland gewesen sind, haben wir noch ein paar mal Gelegenheit genutzt, die Robben auf der Düne zu fotografiere und zu beobachten.
 
Nach ein paar Stunden auf der „Düne“ sind wir wieder rüber zur Hauptinsel. Im einzigen geöffneten Restaurant in der Hauptstraße bekommen wir noch eine kleine süße Mahlzeit.
Nach der Stärkung liegt der Weg zur Langen Anna vor uns. Wer Helgoland besucht muss unbedingt zur „Lange Anna“. Selbst wenn die Brutzeit der Basstölpel, Lumen usw. vorbei ist, lohnt sich der Weg dorthin. Der Ausblick ist einfach bombastisch … viele verlassene Nester sieht man noch. Überall sind bunte Kunststoffreste der Fischnetze zu sehen, die als Baumaterialien für die Nester verwendet worden sind.
Nach der Anstrengung bei heftigem Wind und der Kälte haben wir uns abends eine besondere Leckerei verdient. In der „Weddig's Fischerstube“ hat der Wirt „Angelo“ bereits Helgoländer Hummer und Knieper für uns vorbereitet.
Besonders und Gut. Zum Abschluss noch ein „Hochseefeuer“-Likör, der von Marco Launert auf Helgoland kreiert und dann entwickelt worden ist. Ein absoluter Genuss. Nicht nur am Meer.

Aber wer schon einmal auf Helgoland ist, sollte auch unbedingt eine Bunkerführung mitmachen. Uns hat die Geschichte Helgolands sehr bewegt und wir konnten viel über die Insel erfahren. Andreas Strutz hat uns den Untergrund und die damalige Tragödie von Helgoland sehr gut nähergebracht.
 
Er ist hier auf Helgoland geboren und kennt sich richtig gut aus.
Unser Fazit.
 
Denkt alle daran, es sind wilde Tiere. Auch wenn sie süß aussehen, können sie gefährlich werden. Also Abstand halten …
 


Es sind tolle Tage auf Helgoland gewesen und ein Erlebnis die Robben zu sehen.
Der abendliche Spaziergang mit weihnachtlicher Beleuchtung ist für uns ein toller Abschluss.
Es wird nicht der letzte Urlaub hier gewesen sein. Für das Frühjahr planen wir auf jeden Fall ein paar Tage ein, die Basstölpel auf Helgoland zu besuchen. Auch dann fahren wir wieder mit „Marco Launert“
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