Europäische Laubfrosch - Naturfotografie aus Leidenschaft

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Europäische Laubfrosch

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Ich freue mich, dass du dich für den Europäischen Laubfrosch interessierst. Das ist eine faszinierende Amphibienart, die viele Besonderheiten aufweist.

Der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea) ist der einzige mitteleuropäische Vertreter der Familie der Laubfrösche, die weltweit über 1000 Arten umfasst. Er ist auch einer der kleinsten und auffälligsten Frösche in Europa, mit einer leuchtend grünen Färbung und Haftscheiben an den Fingern und Zehen, die ihm das Klettern in Bäumen und Sträuchern ermöglichen. Der Europäische Laubfrosch ist ein beliebtes Symbol für den Naturschutz und wurde 2008 zum Lurch des Jahres gewählt.

Der Europäische Laubfrosch hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 3 bis 5 Zentimetern und ein Gewicht von 4 bis 9 Gramm. Er hat einen breiten Kopf mit hervortretenden Augen, die waagerechte Pupillen und eine goldgelbe Iris haben. Das Trommelfell ist deutlich sichtbar und etwa halb so groß wie das Auge. Die Kehle der Männchen ist gelb bis braun gefärbt und faltig, die der Weibchen weißlich bis grau und gekörnelt. Die Männchen haben außerdem eine große, kehlständige Schallblase, die sie zum Rufen aufblasen können.
Die Haut des Europäischen Laubfrosches ist glatt und glänzend. Die Oberseite ist normalerweise blattgrün gefärbt, kann aber je nach Umgebungstemperatur, Tageszeit, Jahreszeit und Stimmung variieren. Manchmal treten auch braune, graue, gelbe oder gefleckte Exemplare auf. Die Unterseite ist weißlich bis hellgrau und gekörnelt. An den Seiten verläuft eine dunkle Linie vom Auge bis zum Hinterbein.
Der Europäische Laubfrosch hat kurze Vorderbeine mit je vier Fingern und längere Hinterbeine mit je fünf Zehen. An den Enden der Finger und Zehen befinden sich runde Haftscheiben, die aus einer weichen Hautschicht bestehen, die von vielen winzigen Härchen bedeckt ist. Diese Haftscheiben erzeugen durch Adhäsion und Oberflächenspannung eine starke Haftkraft, die es dem Frosch ermöglicht, an glatten oder rauen Oberflächen zu haften. Der Europäische Laubfrosch kann damit nicht nur an Blättern oder Zweigen klettern, sondern auch an Glasscheiben oder Metallfolien.
Der Europäische Laubfrosch kommt in mehreren Unterarten in großen Teilen Europas vor, von Frankreich bis Russland. Er besiedelt vor allem offene oder halboffene Landschaften mit Kleingewässern, Hochstaudenfluren und Gehölzen. Er bevorzugt fischfreie, besonnte und vegetationsreiche Gewässer als Fortpflanzungshabitate, wie z.B. Teiche, Tümpel, Gräben oder Altarme. Er nutzt aber auch terrestrische Habitate als Tagesverstecke oder Nahrungshabitate, wie z.B. Wiesen, Hecken, Feldraine oder Gärten.
Die Fortpflanzungszeit des Europäischen Laubfrosches erstreckt sich von April bis Mai. Die Männchen rufen nachts lautstark von ihren Sitzwarten aus, um Weibchen anzulocken oder Rivalen abzuwehren. Der Ruf besteht aus einer Reihe von kurzen “quak” oder “krek” Lauten, die etwa 20 Mal pro Sekunde wiederholt werden. Die Rufdauer beträgt etwa 10 bis 20 Sekunden pro Rufphase. Die Weibchen legen ihre Eier in kleinen Ballen von 50 bis 100 Stück an untergetauchte Pflanzenhalme. Die Eier sind oberseits gelblich bis hellbraun und unterseits cremeweiß gefärbt. Die Larven schlüpfen nach etwa einer Woche und entwickeln sich je nach Wassertemperatur innerhalb von 6 bis 12 Wochen zu kleinen Fröschen.
Die Ernährung des Europäischen Laubfrosches besteht hauptsächlich aus Insekten und anderen kleinen Gliederfüßern, die er mit seiner klebrigen Zunge erbeutet. Er jagt sowohl im Wasser als auch an Land oder in der Vegetation. Er kann dabei auch große Sprünge von bis zu einem Meter machen. Zu seinen Beutetieren gehören z.B. Fliegen, Mücken, Käfer, Heuschrecken, Spinnen oder Raupen.
Der Europäische Laubfrosch ist ein nachtaktiver Frosch, der sich tagsüber in Verstecken aufhält. Er kann sich dabei an die Farbe seiner Umgebung anpassen, indem er seine Hautpigmente verändert. Er sucht sich oft grüne Blätter oder Blüten aus, die ihm als Tarnung dienen. Er kann aber auch an senkrechten Stängeln oder Ästen sitzen und seine Beine an den Körper anlegen, um sich als Knospe oder Frucht auszugeben.
Der Europäische Laubfrosch überwintert von Oktober bis März in frostsicheren Verstecken, wie z.B. Erdlöchern, Mäusenestern, Holzstapeln oder Komposthaufen. Er fällt dabei in eine Winterstarre, bei der seine Körperfunktionen auf ein Minimum reduziert werden. Er kann dabei auch Temperaturen von bis zu -8°C überleben, indem er Glycerin in seinem Blut bildet, das als Frostschutzmittel wirkt.
Der Europäische Laubfrosch hat viele natürliche Feinde, die ihn bedrohen. Dazu gehören z.B. Vögel, Säugetiere, Reptilien, Amphibien oder Fische. Er kann sich gegen diese teilweise durch seine Tarnung oder seine Fluchtreaktion schützen. Er kann aber auch einen Warnruf ausstoßen, der andere Laubfrösche alarmiert oder potentielle Fressfeinde abschreckt. Der Warnruf besteht aus einem langgezogenen “wäääh” oder “äääh” Laut.
Der Europäische Laubfrosch ist aber auch durch menschliche Einflüsse gefährdet, die seinen Lebensraum zerstören oder beeinträchtigen. Dazu gehören z.B. die Zerstörung oder Verschmutzung von Kleingewässern durch Zuschüttung, Entwässerung, Müll, Dünger oder Pestizide; die Intensivierung der Landwirtschaft, die zu einem Verlust von Hochstaudenfluren, Hecken und Gehölzen führt; die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen oder Siedlungen, die zu einer Isolation und Fragmentierung der Populationen führt; oder der Klimawandel, der zu einer Veränderung der Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse führt.
Der Europäische Laubfrosch ist daher europaweit geschützt nach der FFH-Richtlinie (Anhang IV) und national streng geschützt nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Das bedeutet, dass er nicht gefangen, verletzt oder getötet werden darf und dass seine Lebensräume nicht gestört oder zerstört werden dürfen2. Um den Europäischen Laubfrosch zu erhalten und zu fördern, sind verschiedene Schutzmaßnahmen notwendig, wie z.B. die Anlage und Pflege von Kleingewässern; die Erhaltung und Wiederherstellung von strukturreichen Landschaftselementen; die Vernetzung von Lebensräumen durch Grünbrücken oder Amphibientunnel; die Reduzierung des Pestizideinsatzes; die Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit; oder die Wiederansiedlung von Populationen in geeigneten Gebieten.
Der Europäische Laubfrosch ist ein besonderer Frosch, der unsere Aufmerksamkeit und unseren Schutz verdient.
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