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Bläulinge

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Die Bläulinge (Lycaenidae) sind eine Familie der Schmetterlinge (Tagfalter). Sie kommen weltweit mit ca. 6.000 Arten vor. Fast alle europäischen Arten haben blau gefärbte Flügeloberseiten, daher der Name.

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 24 bis maximal 50 Millimetern. Ihre Vorderflügel sind kompakt und nur 1,4 bis 1,9 mal länger, als sie breit sind. Die Flügeloberseiten sind überwiegend dunkelbraun, kupferfarben, blau oder violett gefärbt. Bei manchen Arten weisen die Flügeloberseiten einen metallischen Schimmer auf. Auf der Unterseite tragen viele Arten ein Muster aus dunklen, zum Teil hell umrandeten Flecken. An diesen sind die sehr schwer zu unterscheidenden Arten bei genauer Betrachtung gut zu bestimmen. Manche Arten haben Augenflecken, mit denen sie Fressfeinde überlisten, indem sie ihre Sitzposition umgekehrt einnehmen und dadurch sich vermeintlich von hinten anschleichende Angreifer früh erkennen können.

Die Vorderflügel haben 10 oder 11 Flügeladern, bei denen die siebte Ader fehlt bzw. zusätzlich die achte und neunte verwachsen sind. Sie haben nur eine Analader (1b). Die Hinterflügel haben neun Adern und zwei Analadern (1a und 1b). Die Adern 3 und 4 sind verwachsen. Ihre am Ende gekeulten Fühler sind kurz bis mittellang und meistens ungefähr halb so lang wie die Vorderflügellänge. Die Falter haben neben ihren Facettenaugen keine Punktaugen (Ocelli). Sie haben keine Kiefertaster (Maxillarpalpen), und ihre dreisegmentigen Lippentaster (Labialpalpen) sind nach oben gerichtet. Sie haben einen voll entwickelten, nicht geschuppten Saugrüssel. Alle ihre sechs Beine sind gut entwickelt.

Die Tiere weisen oft einen Sexualdichroismus auf. Die Weibchen sind, vor allem auf den Flügeloberseiten, anders gefärbt als die Männchen.

Die Raupen haben einen kompakten, plumpen und meist abgeflachten Körperbau. Die europäischen Arten sind in ihrer Grundfärbung überwiegend grün. Ihre Behaarung ist meist kurz und dicht. Wenige Arten sind länger behaart oder kahl.

Die pflanzenfressenden Arten ernähren sich vor allem von Hülsenfrüchtlern (Fabaceae), manche aber von Heidekrautgewächsen (Ericaceae), Lippenblütlern (Lamiaceae), Zistrosengewächsen (Cistaceae) oder Storchschnabelgewächsen (Geraniaceae). Es gibt zahlreiche Arten, die hochspezialisiert sind und bei denen sich die Raupen monophag von einer bestimmten Pflanzenart ernähren. Darüber hinaus gibt es extrem standorttreue Arten, wie zum Beispiel den Storchschnabel-Bläuling (Plebejus eumedon), der nur auf wenigen Quadratmetern um seine Pflanze lebt und auch nur den Nektar dieser saugt.

Die Eier sind meist etwas abgeflacht, oder kugelig. Die Raupen verpuppen sich überwiegend in einer auf der Futterpflanze befestigten Gürtelpuppe, oder aber am Boden oder unter der Erde. Bei Berührung sind die Puppen in der Lage zu Stridulieren, was Angreifer abschrecken soll.

Da so viele Arten hoch spezialisiert sind, sind sie durch Eingriffe in ihre Lebensräume sehr verwundbar. Mittlerweile sind zum Beispiel nahezu alle Arten Mitteleuropas als gefährdet zu betrachten und weltweit gehören 30% der gefährdeten Tagfalter den Bläulingen an. Besonders empfindlich sind Arten wie zum Beispiel der Lungenenzian-Ameisenbläuling (Maculinea alcon), dessen Raupen sich phytophag ernähren und später von Ameisen in deren Nest getragen werden. Sie sind abhängig vom Standort der Futterpflanzen sowie vom dortigem Vorhandensein ebenfalls gefährdeter Ameisenarten. Bereits für 6 Jahre in Folge als ausgestorben galt der Miami-Bläuling (engl. Miami Blue).

Die Familie der Bläulinge wird in sieben Unterfamilien unterteilt, von denen zwei, die Riodininae und Lycaeninae, in Europa mit 141 Arten und Unterarten vorkommen. Die nachstehende Auflistung beinhaltet alle mitteleuropäischen Arten.
Unterfamilie Riodininae (Würfelfalter) [Bearbeiten]

* Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina), (Linnaeus, 1758)

Unterfamilie Lycaeninae [Bearbeiten]
Tribus Lycaenini (Feuerfalter) [Bearbeiten]

* Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas), (Linnaeus, 1761)
* Blauschillernder Feuerfalter (Lycaena helle), (Denis & Schiffermüller, 1775)
* Großer Feuerfalter (Lycaena dispar), (Haworth, 1802)
* Dukatenfalter (Lycaena virgaureae), (Linnaeus, 1758)
* Brauner Feuerfalter (Lycaena tityrus), (Poda, 1761)
* Violetter Feuerfalter (Lycaena alciphron), (Rottemburg, 1775)
* Lilagold-Feuerfalter (Lycaena hippothoe), (Linnaeus, 1761)
* Lycaena thersamon, (Esper, 1784)

Tribus Theclini (Zipfelfalter) [Bearbeiten]

* Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae), (Linnaeus, 1758)
* Blauer Eichen-Zipfelfalter (Neozephyrus quercus), (Linnaeus, 1758)

Tribus Eumaeini [Bearbeiten]

* Grüner Zipfelfalter (Callophrys rubi), (Linnaeus, 1758)
* Ulmen-Zipfelfalter (Satyrium w-album), (Koch, 1782)
* Pflaumen-Zipfelfalter (Satyrium pruni), (Linnaeus, 1758)
* Kreuzdorn-Zipfelfalter (Satyrium spini), (Denis & Schiffermüller, 1775)
* Brauner Eichen-Zipfelfalter (Satyrium ilicis), (Esper, 1779)
* Kleiner Schlehen-Zipfelfalter (Satyrium acaciae), (Fabricius, 1787)

Tribus Polyommatini [Bearbeiten]

* Großer Wanderbläuling (Lampides boeticus) (Linnaeus, 1767)
* Pelargonien-Bläuling (Cacyreus marshalli) Butler, 1898; aus Südafrika eingeschleppt
* Leptotes pirithous (Linnaeus, 1767)
* Zwerg-Bläuling oder Winziger Bläuling, (Cupido minimus) (Fussely, 1775)
* Kleiner Alpen-Bläuling (Cupido osiris) (Meigen, 1829)
* Kurzschwänziger Bläuling (Everes argiades) (Pallas, 1771)
* Östlicher Kurzschwänziger Bläuling (Everes decolorata) (Staudinger, 1886)
* Südlicher Kurzgeschwänzter Bläuling (Everes alcetas) (Hoffmannsegg, 1804)
* Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus) (Linnaeus, 1758)
* Graublauer Bläuling oder Quendel-Bläuling (Pseudophilotes baton) (Bergsträsser, 1779)
* Östlicher Quendelbläuling (Pseudophilotes vicrama) (Moore, 1865)
* Fetthennen-Bläuling (Scolitantides orion) (Pallas, 1771)
* Alexis-Bläuling oder Großpunkt-Bläuling, (Glaucopsyche alexis) (Poda 1761)
* Blasenstrauch-Bläuling (Iolana iolas) (Ochsenheimer, 1816)
* Quendel-Ameisenbläuling (Phengaris arion) (Linnaeus, 1758)
* Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius) (Bergsträsser, 1779)
* Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous) (Bergsträsser, 1779)
* Lungenenzian-Ameisenbläuling (Phengaris alcon) (Denis & Schiffermüller, 1775)
* Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Phengaris rebeli) (Hirschke, 1904)
* Plebejus trappi (Verity, 1927)
* Geißklee-Bläuling oder Argus-Bläuling, (Plebejus argus) (Linnaeus, 1758)
* Idas-Bläuling oder Ginster-Bläuling, (Plebejus idas) (Linnaeus, 1761)
* Kronwicken-Bläuling (Plebejus argyrognomon) (Bergsträsser, 1779)
* Hochmoor-Bläuling (Plebejus optilete) (Knoch, 1781)
* Dunkler Alpenbläuling (Plebejus glandon) (Prunner, 1798)
* Heller Alpenbläuling (Plebejus orbitulus) (Prunner, 1798)
* Storchschnabel-Bläuling (Aricia eumedon) (Esper, 1780)
* Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis) (Denis & Schiffermüller, 1775)
* Großer Sonnenröschen-Bläuling (Aricia ataxerxes) (Fabricius, 1793)
* Aricia nicias (Meigen, 1830)
* Rotklee-Bläuling oder Violetter Wald-Bläuling (Polyommatus semiargus) (Rottemburg, 1775)
* Polyommatus escheri (Hübner, 1823)
* Großer Wundklee-Bläuling (Polyommatus dorylas) (Denis & Schiffermüller, 1775)
* Vogelwicken-Bläuling oder Prächtiger Bläuling (Polyommatus amandus) (Schneider, 1792)
* Kleiner Esparsetten-Bläuling (Polyommatus thersites) (Cantener, 1835)
* Hauhechel-Bläuling oder Gemeiner Bläuling (Polyommatus icarus) (Rottemburg, 1775)
* Eros-Bläuling (Polyommatus eros) (Ochsenheimer, 1808)
* Zahnflügel-Bläuling (Polyommatus daphnis) (Denis & Schiffermüller, 1775)
* Himmelblauer Bläuling (Polyommatus bellargus)
* Silbergrüner Bläuling oder Silber-Bläuling, (Polyommatus coridon) (Poda, 1761)
* Polyommatus admetus (Esper, 1783)
* Weißdolch-Bläuling oder Großer Esparsetten-Bläuling (Polyommatus damon) (Denis & Schiffermüller, 1775)



Textpassage aus Wikipedia


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